Pfyfffere und Tamboure – s’Ridicule oder: Meine erste Erfahrung zur Basler Fasnacht

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Ich lebe jetzt eben seit ziemlich genau drei Jahren hier unten am schönen Rheinknie und bin aus der deutschen Hauptstadt her gezügelt.

 

s'Ridicule
Foto: D.Urban

Nun ist es so das wir da oben sowas wie Fasnacht nicht kennen. Wir haben Techno in Berlin – dit is fein und reicht! Dachte ich. Auch wenn ich Clubs und Festivals mag – ich mag keine grossen Ansammlungen von betrunkenen Menschen. In Deutschland ist das gleichbedeutend mit Oktoberfest, Karneval und Dorffestlichkeiten. Für mich quasi die Hölle auf Erden. Da dem Bebbi sine Fasnacht heilig ist – und das ist auch gut so – habe ich den langen Weg gewählt. Denn ganz ehrlich: Sprache ist der erste Weg zur Integration! Jetzt nach drei Jahren glaube ich das Baseldeutsch doch recht gut zu verstehen. Also los! Das tatsächlich wunderbare Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof zu Basel zeigt seit nunmehr 19 Jahren (Wow!) das sicher immer wieder aktualisierte Stück „s’Ridicule“.

Ich hatte ja keine Ahnung!

Und ich habe auch nach dem Stück nicht  sehr viel, aber immerhin einen kleinen aber sehr schönen Eindruck von der Basler Fasnacht bekommen. Und gelacht hab ich! Dafür voraus schon ein Dankeschön. Dank dem Theater weiss ich jetzt über die guten alten Zeiten etwas, ich weiss das Picolos nicht nur kleine Flaschen Sekt sind und die Tamboure von „pianoforte“ waren mal laut und mal leise.

s'Ridicule
Foto: D.Urban

Es ist grossartig was in dem kleinen Theater alles möglich ist. Es reicht ein minimales Bühnenbild und Schauspieler die Spass auf der Bühne haben. Ein Kritikpunkt darf nicht fehlen: der Sekt in der Pause reisst wohl den meisten jungen Gästen ein kleines Löchlein in den Hosensack. Aber waren ja kaum welche da. Tatsächlich waren nur eine Handvoll Menschen unter 40 zu sehen. Was ich schade finde. Meine lieben Freunde der gepflegten Feierei – Tut euch was gutes. Geht mal ins Theater! Ich trau mich auch. Es ist nur beim ersten mal etwas komisch – das liegt daran das man neu ist. Das geht spätestens beim zweiten mal vorbei.

Zurück zum Stück. Es gelingt der Companie in 2 Stunden einem unaufgeklärtem Tölpel wie mir die Fasnacht näher zu bringen. So nah das ich mir das Spektakel in jedem Fall anschaue und hoffentlich genießen werde. Für alle anderen lässt es die schönen, die nachdenklichen und wehmütigen Erlebnisse Revue passieren. Der ein oder andere Seitenhieb auf das politische Welt- und Stadtgeschehen darf natürlich nicht fehlen. Bleibt zu hoffen das die Organisatoren des Münchener Oktoberfestes nicht doch noch é fryndligi Ybernaam planen…

Mein lieber Helmut Förnbacher und liebe Schauspieler, ich habe Muskelkater im Gesicht. Danke!

Info:

Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof
Schwarzwaldallee 200
4058 Basel

Tel. + Fax: +41 61 361 90 33
info@foernbacher.ch

weitere Aufführungen: 
12./14./20./27. Januar
03./04./09./10./11./12. Februar

 

Jim Panse

Liegt meist unmotiviert an einem Pool und pöbelt gern wildfremde Leute an.

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