Sa. 2.6. 2018 // RA The Rugged Man & Psalm One

Der Samstagabend steht voll und ganz im Zeichen von Hiphop und Rap. Wir starten in den Abend mit einem Konzert von RA The Ruggedman & Psalm One und feiern bis in die frühen Morgenstunden mit den DJs der Xplicit Contents auf Radio X. Da braucht es nicht viel mehr Erklärung. Aber für jene, die ihn noch nicht kennen…

Über R.A. The Rugged Man
Ruff, Rugged `n` Raw – bei R.A. The Rugged Man Official Page ist der Name Programm! Aufgrund seines zum Teil gewaltsamen und schockierenden Verhaltens gegenüber der gesamten Musikindustrie und teilweise auch gegen „strange“ Fans, wurde er in den 90ern von allen Labels und A&Rs gemieden und geradezu verbannt. „Labels verkaufen dumme Musik an dumme Leute“- Diese Realness war seiner früheren Karriere nicht gerade förderlich.

Heute genießt R.A. The Rugged Man ein hohes Ansehen und Respekt – nicht nur bei den Fans, sondern auch bei Künstlern, mit denen er zusammenarbeitet und zusammen gearbeitet hat. Notorious BIG, Mobb Deep, Tragedy Khadafi, Wu-Tang Clan, Jedi Mind Tricks, Agallah, Sadat X, Prince Paul, Company Flow wie auch mit den Produzenten The Alchemist, Erick Sermon, J-Zone, Stoupe the Enemy Of Mankind, DJ Quik.

R.A. erschien auf allen drei Rawkus Soundbombing-Alben und mehreren Maxi-Singles. Erst 2004 veröffentlichte R.A. sein lang erwartetes Debütalbum „Die, Rugged Man, Die“ beim Indie-Label Nature Sounds.

Großes Aufsehen erregte sein Songtext für „Uncommon Valor: A Vietnam Story“ für die Gruppe Jedi Mind Tricks. Er erzählt die Geschichte seines Vaters, des Staff Sergeants John A. Thorburn, der im Vietnamkrieg kämpfte und dort durch das chemische Entlaubungsmittel Agent Orange des US-Militärs schwer geschädigt wurde. Der schockierende Text über die Gefechtserlebnisse und das spätere zerstörte Leben des US-Kriegsveteranen und dessen behindert geborenen Kindern, wurde sogar im US-Magazin Source abgedruckt.

Inzwischen er etwas ruhiger geworden. Was allerdings nur für sein soziales Verhalten gilt: ansonsten bleibt er gradlinig. Live ist er nach wie vor Ruff, Rugged `n`Raw.

So wertetreu sein Rapstil, so kontrovers und unangepasst seine Künstlerpersönlichkeit:
Bereits mit zwölf Jahren begeistert sich Ryan Anrew Thorburn der New Yorker (mit deutschen Wurzeln) für Hip Hop. Damals baut er mit ersten Battles in der Nachbarschaft seine Rapskills auf, während er als Sohn eines US-Sergeants und einer deutschen Mutter jedes Jahr zwei Monate auf einer Farm im Baden-Württembergischen Siegelsbach verbringt. Die Schnitzel bleiben ihm in bester Erinnerung. Ausserdem erwirbt Thorburn die berühmte deutsche Tugend der Pünktlichkeit. Zuhause in Suffolk County, Long Island erweitert er stetig das Hip Hop-Wissen: Hardcore-Legende Kool G Rap wählt er zum Idol: „Er ist der größte Rapper, der jemals gelebt hat.“ Nas und später Sean Price folgen. Schnell erobert sich R.A. nicht nur einen Ruf als hochbegabter Emporkömmling aus dem Eastcoast-Underground, sondern bereits 1992 im Alter von 18 auch den Plattenvertrag mit Jive Records. Unter dem Pseudonym Crustified Dibbs macht er jedoch nicht nur musikalisch, sondern auch als Rebell wider die Musikindustrie von sich Reden. Verständlicherweise riskieren programmatische Zeilen wie „Every record label sucks dick“ manche Freundschaft – der anfangs schwer umworbene Lyricist wird bald zum gebrannten Kind.

Zwischen 1995 und 1998 hat er in vielen Aufnahmestudios ebenso Hausverbot wie auf den Bühnen des Landes. Bei so viel „Einsatz“ für den Hip Hop fällt an der Seite einiges ab: Schon in der Schule ist Teenager Ryan als Raufbold verschrien, zu Hause gibt es viele Probleme. Auf der Flucht vor dem zerrütteten Umfeld feilt er an seiner Performance und entwickelt eine Filmleidenschaft, die er später in mehrere (Horrorfilm-)Drehbücher übersetzt (darunter „Bad Biology“ von 2008). Drogenskandale und Psychiatrie-Aufenthalt kann er alsbald ebenfalls vorweisen. Der skandalumwitterte Ruf tut Rugged Mans Popularität innerhalb der Szene allerdings keinen Abbruch.

Als einer der ganz wenigen seines Fachs wirkt R.A. The Rugged Man glaubwürdig, wenn er rappt: „Million dollar budgets and corporate endorsements – we don’t need ‚em.“ Das einzige, das diesem Mann heilig scheint: einhundert Prozent künstlerische Unabhängigkeit.

Location

Kaschemme, Muttenzerweg, Basel
Doors: 19.00Uhr

Daniel

Tausendsassa und verantwortlich für alles hinter BAZiD! Trinkt gerne guten Espresso und vermisst Berlin auch wenn er sich im Aargau und Basel langsam heimisch fühlt.

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