Schüttel das Ass und das versauteste Kartenspiel

Spin-Offs sind wieder in. Fernsehserien, Filme, Bücher – wenn es gut läuft, wird einfach nochmal nachgelegt. Das funktioniert meist, auch wenn das Niveau nicht immer gehalten wird. Mutiger ist es hingegen noch vor Veröffentlichung des Hauptwerks mit dem Spinoff rauszurücken. So geschehen im Fall von  «Schüttel das Ass».

Der Song ist eine Kollaboration der Filmfigur Dr. Benis aus Ben Brummers noch unveröffentlichten Film «Feierabendbier» und des Schweizer Musikers Guy Mandon. Während Letzterer zuletzt fleissig war und beim m4music die Demotapeclinic in der Kategorie Pop gewann sowie sein Debütalbum «Stream» veröffentlichte, ist Dr. Benis (James Newton) weitaus weniger strukturiert. Der exhibitionistisch veranlagte, dauerkoksende Filmantagonist beschäftigt sich lieber mit online Poker und wild durchzechten Partynächten.

Dennoch gelingt dem ungleichen Duo ein mitreissender Song – zwischen Deichkind und 90ies Industrialbeats –, der textlich den Spagat zwischen hedonistischer Trivialität, schlüpfrigen Kartenwortspieltricks und freiheitlicher (Bi-)Sexualität schafft und exzessiv feiert. Musikalisch ist das Ganze – wie man das aus dem Hause Guy Mandon gewohnt ist – sowieso über jeden Zweifel erhaben, auch wenn der Wahlbasler hier energischer und weniger träumerisch produziert, als man es von seinem Solowerk kennt. Seine charakteristischen Falsetteinwürfe dürfen aber natürlich nicht fehlen.

Abgerundet wird das Paket von einem sehr gelungenen Video, das bereits Anfang des Jahres erschien und die Essenz von «Schüttel das Ass» perfekt ins bildliche überträgt – kein Wunder ist die Leinwand ja eigentlich Dr. Benis Geburtsort und «Feierabendbier» Regisseur Ben Brummer ebenfalls beim Videoclip mit an Bord.

Für ein Pre-Spinoff lehnen sich Dr. Benis und Guy Mandon sehr weit aus dem Fenster – eigentlich viel zu schade für ein einmaliges Zusammentreffen. Man kann nur hoffen, dass es nach dem Kinostart von «Feierabendbier» noch ein richtiges Spinoff der beiden gibt.

Daniel

Tausendsassa und verantwortlich für alles hinter BAZiD! Trinkt gerne guten Espresso und vermisst Berlin auch wenn er sich im Aargau und Basel langsam heimisch fühlt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest